Rezension

Rezension zu “Verdammt nah am Himmel” von Linda Schipp

– unbezahlte WERBUNG: Verlinkungen, Rezensionsexemplar, Markennennung/-erkennung –

Bislang war Rose fälschlicherweise davon ausgegangen, dass einen Menschen vor dem Selbstmord zu bewahren zu den Dingen gehört, deren Richtigkeit unzweifelbar war.

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Bibliographische Angaben

Originaltitel: Verdammt nah am Himmel
Autorin: Linda Schipp
Erscheinungsdatum: 28.09.2018
Verlag: Drachenmond
Genre: Jugendbuch, Roman
Seiten: 360

Reihe – Einzelband

Klappentext

Was passiert wirklich, nachdem wir sterben?
Ein Kopfmensch & ein Bauchmensch treffen aufeinander! Die vielleicht wahre Geschichte von Rosalie & Jack!

Das Ende seiner Tage muss für Jack perfekt sein. Denn als Jahrgangsbester an der medizinischen Fakultät weiß er genau: Sobald das Gehirn für mehr als zehn Minuten keinen Sauerstoff erhält, erlöschen mit hoher Wahrscheinlichkeit sämtliche Funktionen des Groß- und Kleinhirns sowie des Hirnstamms. Und damit ist alles vorbei. Für immer. Rose glaubt nicht nur von ganzem Herzen, dass nach dem Tod der Himmel wartet – sie weiß es. Genau so sicher weiß sie, dass es kein Zufall ist, als sie dem Jungen mit der Top-Ten-Todesliste begegnet. Als sie erfährt, dass er weder an die Liebe noch an das Leben glaubt, nein, dass er nichts glaubt, was sich nicht beweisen lässt, überredet sie ihn zu einem wissenschaftlichen Experiment …

(Basierend auf aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft zu Nahtoderfahrungen und einem Leben nach dem Tod.)
(Quelle)

Erster Satz

Dies ist eine Geschichte über das Leben.

Meine Meinung

Kennt ihr diese Bücher, die euch etwas mit auf den Weg geben? Die etwas an sich haben, dass man nie mehr vergisst? Die eine Geschichte in sich tragen, die einem nie wieder aus dem Kopf geht, da man so viele Emotionen mit ihr verbindet? Genau so ein Buch hat Linda Schipp erschaffen! Ein einzigartiges Meisterwerk! Das Cover (übrigens ein Traum!) und der Klappentext lassen auf eine Liebesgeschichte schließen, allerdings kommt es ganz anders, denn nicht die Liebesgeschichte steht hier im Vordergrund, sondern das Leben.

Mit ihrem klaren und sehr anspruchsvollem Schreibstil viel mir der Einstieg nicht ganz so leicht. Das war aber auch gar nicht schlimm, denn durch die vielen Details und die gut recherchierten wissenschaftlichen Erkenntnisse war ich immer mehr gefesselt, je weiter ich las. Auch die Perspektive des allwissenden Erzählers in der 3. Person, welche wir hier in der Geschichte haben, hat super gepasst. Obwohl der Erzähler “allwissend” zu sein scheint, lässt er uns immer nur ab und an mehr über unserer Protagonisten Rose und Jack erfahren, was das ganze umso spannender macht. Am Ende sogar so spannend, dass ich überhaupt nicht mehr aufhörend konnte zu lesen…aber dazu später mehr!

Was mir außerdem sehr gefallen hat ist die Kapitelgestaltung. Mal haben wir eine Illustration der Pearly Gates Bridge, mal eine Illustration von Wolken über den nummerierten Kapitelanfgängen. Des Weiteren finde ich es wunderbar, dass sich die Autorin die Mühe gemacht hat, jedem Kapitel eine Überschrift zu geben. Ich liebe Kapitelüberschriften! Zudem gibt es auch eine Zeitangabe. Die Geschichte beginnt mit “Noch 18 Stunden und 4 Minuten“. Ihr fragt euch was dann geschieht? Das müsst ihr natürlich selbst nachlesen!

Niemand bringt sich gern um, Rose. Was fehlt, ist die Fähigkeit, das Leben zu spüren.

Das Buch behandelt die Themen Suizid und Nahtoderfahrung aus sehr extremer Sicht. Deswegen gibt es vorne im Buch eine Art Triggerwarnung, was ich sehr wichtig und auch richtig finde, denn die Geschichte ist auf ihre Art und Weise schon sehr hart! So haben wir auf der Seite des Suizid Jack, welcher so verzweifelt ist, dass er einfach nur seinem Leben ein Ende setzen möchte. Es gibt nichts auf der Welt, was ihn davon abbringen mag… bis er auf seinen Gegenpol Rose trifft, welche voller Hoffnung ist und gerade eine Nahtoderfahrung durchlitten hat. Schnell merkt man, dass die beiden Protagonisten nicht unterschiedlicher sein können. Doch je mehr wir in die Gedanken von Jack und Rose eintauchen, desto mehr können wir ihre Verbindung verstehen. Besonders Jack habe ich ins Herz geschlossen. Zu Anfang war er mir sehr unsymptisch, da ich nicht verstehen kann, wie man sich selbst umbringen möchte. Ich finde das Leben ist so kostbar! Aber Jack macht eine unglaubliche Entwicklung durch und hat damit mein Herz erobert. Zusammen mit ihm habe ich dieses Abenteuer erlebt, bin mit ihm und Rose durch Höhen und Tiefen gegangen und genau das hat mich irgendwie besonders an Jack gebunden. Er war für mich der interessantere Charakter, obwohl Rose auch einfach zum liebhaben ist.

Ich habe bereits geliebte Menschen verloren, allerdings habe ich mich nie damit auseinandergesetzt was ein Leben nach dem Tod bereit hält, wie die Gedankengänge sind, wenn man vorhat Selbstmord zu begehen und wie genau sich eine Nahtoderfahrung anfühlt. Ihr etwa? Daher war ich an manchen Stellen emotional sehr mitgenommen und überfordert. Im positiven Sinne! Ich musste ab und an die Geschichte erst einmal sacken lassen, da ich so von Emotionen überschüttet wurde. Es war traurig, lustig, hoffnungsvoll und manchmal genau so hoffnungslos. Mir sind auch die Tränen gekommen, denn – wie bereits oft erwähnt – hat die Geschichte mein Herz auf so viele Arten und Weisen berührt. Besonders Kapitel 14, “Die Glücksglas-Metapher” wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Warum? Das könnt ihr hier in meinem Instagram Post nachelesen, welchen ich nun frecherweise einfach einbaue. Spätestens hier war Jack in meinem Herzen und mir kullerten die ersten Tränen.

Es fühlte sich an, als hätte sie die ganze Zeit mit einem störrischen, wütenden Kater gespielt, von dem sie jetzt erst erkannte, dass er in Wirklichkeit ein Raubtier war.

Nun nochmal zum Ende. Es war so unglaublich spannend, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen! Ich hatte außer Angespanntheit keine Emotion. Ich war einfach so überfordert mit meinen Gefühlen, dass ich weder weinen noch lachen konnte. Nachdem ich das Buch beendet habe war ich erleichtert und zufrieden. Das Buch sagt einem: Es ist okay. Es ist gut so wie es ist. Unerwartete Wendungen werden euch ebenso aus der Bahn werfen wie der Plot. Ja, in dieser Geschichte gibt es diesen einen Plot, der einfach alles ändert. Großartig! In diesem Augenblick wirst du selbst nicht mehr merken wo oben und unten ist oder was nun richtig oder falsch ist. Durch mehrere Settingwechsel (die Geschichte spielt in den USA) wird die Geschichte auch nicht eintönig und überrascht immer wieder von Neuem. Ich hoffe ihr spührt meine Begeisterung, denn ich weiß gar nicht wie ich sie ohne zu spoilern ausdrücken soll! 

Fazit

Ein Jahreshighlight! So ein wissenschaftlich gut recherchiertes und dabei so gefühlvolles Buch habe ich noch nie gelesen! Es ist wunderbar und ich kann es nur jedem empfehlen. Es gibt einem so viel mehr mit und ist definitv eine Geschichte, die im Gedächtnis bleibt und zwar für immer. Ich bin nun Fan von Linda Schipp und freue mich auf (hoffentlich) viele weitere Bücher von ihr. 

Vielen lieben Dank an Linda Schipp für das Rezensionsexemplar!

Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag.

Eure Neni 


Die Besprechung wurde ebenfalls auf den nachfolgenden Plattformen veröffentlicht: Lovelybooks | Goodreads | LesejuryAmazon

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