Rezension

Rezension zu “Immerwelt: Der Anfang” von Gena Showalter (01)

– unbezahlte Werbung: Verlinkungen, Markennennung/-erkennung, Rezensionsexemplar –

Aber ich makiere meine Wände mit Blut, sobald die Lichter im Brave-Mädchen-die-böse-wurden-Flügel der Anstalt ausgeschaltet werden.

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Bibliographische Angaben

Titel: Immerwelt: Der Anfang
Originaltitel: Firstlife
Autorin: Gena Showalter
Übersetzt von: Tess Martin

Erscheinungsdatum: 02.05.2018
Verlag: Harper Collins
Genre: Jugendbuch/ Science Fiction
Seiten: 496

Reihe – Immerwelt (Dilogie)

  1. Immerwelt – Der Anfang
  2. Immerwelt – Der Pakt (erscheint am 04.01.2019)

Klappentext

Tenley ist eine ganz normale Siebzehnjährige, rebellisch und eigensinnig. Nur dass ihre Eltern darauf bestehen, dass sie sich – wie alle anderen – zu einer der beiden verfeindeten Seiten bekennt: Entweder gehört man zu Myriad, dem dunklen Reich der Schicksalsgläubigen, oder zu Troika, dem hellen Reich der Erkenntnis. Vertreter beider Reiche versuchen mit allen Mitteln, Tenley für sich zu gewinnen. Aber sie versteht nicht, warum ausgerechnet sie so wichtig sein soll. Außerdem bemüht sich aus beiden Häusern ein Junge um sie. Sie verliebt sich in einen der beiden. Doch was, wenn sie sich für das Reich des anderen entscheidet?
(Quelle)

Erster Satz

In Prynne, der Anstalt, in der jedes Glück stirbt, bin ich nun seit dreihundertachtundsiebzig  Tagen eingesperrt (oder seit neuntausendzweiundsiebzig Stunden).

Meine Meinung

Erst einmal möchte ich auf das Worldbuilding eingehen, welches ich einzig- und großartig finde.

Es gibt das Ewigleben, welches in zwei mächtige Sphären namens Myriad und Troika unterteilt ist. Die beiden Spähren sind erbitterte Feinde und machen sich natürlich gegenseitig bei den Menschen im Land der Ernte (sowas wie die Erde) schlecht. In den Sphären soll für die Menschen im Land der Ernte das “wahre” Leben erst beginnen. Geistwesen leben in den Sphären, welche in einer Hülle dann zum Land der Ernte gelangen können, um die Ungezeichneten (Menschen, welche sich noch nicht für eine Sphäre entschieden haben) auf die jeweilige Seite zu ziehen. In Myriad erwarten einen nach dem Tod/ dem Erstleben angeblich Mondlicht, Schlösser und sollte man “sterben” verschmilzt man mit einer anderen Seele im Land der Ernte. Sonnenschein, Blumen und eine Ewigkeit in Frieden sobald man seine Verpflichtungen erfüllt, erwartet einen in Troika. Ungezeichnete, welche sich nicht für eine Seite entscheiden und sterben, landen in Viele Enden. Dort erwarten einen nur Leid und Schmerz und ist sozusagen die Prynne-Anstalt vom Ewigleben.

Und in genau dieser Prynne-Anstalt beginnt für uns die Geschichte von Tenley, unserer Protagonistin. Tenley wurde dort von ihren Eltern reingesteckt, da sie nicht bei Myriad unterschreiben wollte, der Sphäre, welcher auch ihre Eltern angehören. Sie wird dort gequält und das nur, damit sie endlich bei Miryad unterschreibt, was ihren Eltern weitere Vorteile in deren Leben bringen soll. Doch Ten möchte sich für den richtigen Weg entscheiden, einem, hinter dem sie stehen kann, doch kann und will sie sich noch nicht entscheiden. In der Anstalt lernt sie “die Neue” namens Bow kennen, welche ihre neue Zellengenossin wird. Doch da ist nicht nur Bow, die sie auf einmal vor Vans, dem Leiter der Anstalt, beschützt, sondern auch der super mega gutaussehende Killian. Beiden verbergen ein Geheimnis und wissen, dass es eine große Rolle spielt, für welche Späre sich Ten entscheidet. Wer die beiden sind und wie es weitergeht solltet ihr allerdings selbst nachlesen. Allerdings finde ich, dass der Klappentext schon extrem spoilert. 

Tenley ist eine super interessante Protagonistin, aus deren Sicht sich in der Ich-Perspektive die Geschichte abspielt. Sie hat mein Herz sofort erobert, weil sie ANDERS ist und anders sein finde ich gut. Was sie so besonders macht? Sie liebt Zahlen, hegt eine Leidenschaft für sie und bezeichnet Zahlenkunde auch als ihre Lieblingssucht. Zudem ist sie unglaublich stark, da sie die ganzen Qualen der Anstalt durchsteht, obwohl sie sich ihr Leben auch selbst durch ihre starrköpfige Art schwer macht. Sie wirkt abgestumpft durch die ganzen Qualen, dabei möchte sie einfach nur weg aus der Anstalt und wartet darauf, dass sie das Alter der “Verantwortung” erreicht und sich selbst entlassen kann. Ich finde sie als Protagonistin unglaublich interessant.

Auch die Nebencharaktere waren alle besonders und daher gut auseinander zu halten, obwohl ich davon sehr viele waren. Ich finde aufgrund des Klappentextes könnte man denken, dass es sich um eine Dreiecks-Beziehungskiste handelt, aber das war überhaupt nicht der Fall. Es geht hier eher um Liebe und Freundschaft und nicht um zwei Männer, welche ein Mädchen umwerben. Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte, diese ist aber wirklich toll geschrieben. Besonders das gegenseitige necken zwischen Ten und dem “Mann, dessen Namen ich jetzt nicht nenne”, haben mir sehr gefallen. Ich finde ihn wirklich sehr charmant.

Das Worldbuilding, wie bereits oben näher beschrieben, hat mich von den Socken gehauen. Eine unglaublich komplexe Welt erwartet den Leser in dieser Geschichte. Von Anfang an war ich fasziniert von den gegensätzlichen Sphären, obwohl ich persönlich mich schon sehr früh für eine hätte entscheiden können. Allerdings spielen bei Tenley viele verschiedene Faktoren eine Rolle, sodass es bei ihr um viel mehr geht, als nur um ihr eigenes Leben oder eher ihren eigenen Tod.

Zudem war es immer wieder super interessant, wenn Tenley über Zahlen nachdachte wie z.B.: im folgenden Zitat:

Zwölf: Die Anzahl der Monate pro Jahr, die Anzahl der Geschworenen und die der Stunden auf einem Ziffernblatt.

Zahlen bestimmen einfach ihr Leben und das hat mich total fasziniert. Solche Passagen kommen nicht ständig vor, aber ab und an und was Ten dann mit den Zahlen in Verbindung bringt war einfach interessant.

Dinge, welche einem am Anfang der Geschichte Fragen aufwerfen und wo man einfach nur wissen möchte, was es mit der Auflösung auf sich hat, verfolgen einem bis zum Ende, werden aber aufklärt. Leider kann ich nicht sehr genau darauf eingehen, da ich sonst zu viel spoilern und das möchte ich unbedingt vermeiden.

Der Schreibstil von Gena Showalter war sehr fesselnd, auch wenn die Spannung nach dem krassen Anfang etwas nachgelassen hat. Ich wollte dennoch immer wieder wissen, wie es nun weitergeht. In der Mitte sowie am Ende gab es kleine Längen, aber Spannung kam dazwischen immer wieder auf.

Einen extremen Plot gab es für mich nicht, aber immer wieder tauchten unerwartete Wendungen auf. Ich liebe unerwartete Wendungen. Zudem wurde es mal zuckersüß, dann wieder spannend, düster und grausam. Für mich war einfach alles dabei und ich glaube mein Herz ist froh, dass das Buch nun beendet ist und es etwas Ruhe hat. Mit dem Ende bin ich wirklich mehr als zufrieden und freue mich nun auf den 2. Band bzw. auf das große Finale mit Ten und den anderen.

Fazit

Tolle komplexe Welt, welche mich sofort eingenommen hat. Gena Showalter konnte mich überzeugen und obwohl die Geschichte sehr in die Science Fiction Richtung geht, was ich eigentlich nicht mag, konnte sie fesseln bis zur letzten Seite. Der Schreibstil war toll und der Einstieg viel mir leicht. Eine klare Leseempfehlung trotz ein paar Längen. Lasst euch von Tenley in ihre Welt entführen. 🙂

Vielen lieben Dank an den Harper Collins Verlag für das Rezensionsexemplar!

Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag.

Eure Neni 


Die Besprechung wurde ebenfalls auf den nachfolgenden Plattformen veröffentlicht: Lovelybooks | Goodreads | Lesejury | Amazon | Thalia

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