Buchgeplauder, Rezension

Rezension zu “Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge” von Matteo Corradini

– unbezahlte Werbung: Verlinkungen, Markennennung, Rezensionsexemplar –

Übernommener Blogbeitrag von meinem alten Blog, daher gibt es keine Bilder!

Bibliographische Angaben

Titel: Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge – Ein Roman über die Kinder von Theresienstadt
Autor: Matteo Corradini
Erscheinungsdatum: 10.04.2017
Verlag: cbj
Genre: Jugendbuch
Seiten: 320

Reihe – Einzelband

Klappentext

Nach einer wahren Geschichte… Theresienstadt 1942: Die Nazis haben ein Lager für Juden errichtet, das zeitweise als Vorzeigelager dient. Doch es ist nur eine Station auf dem Weg in die Vernichtungslager. Inmitten dieser Hoffnungslosigkeit gründen Kinder eine Zeitschrift, um gegen das Grauen anzuschreiben. Sie treffen sich heimlich und verfassen Berichte über das Lager. Aber sie zeichnen auch Bilder, führen Interviews oder schreiben Gedichte. Matteo Corradini bringt dem Leser auf berührende Weise das Schicksal dieser Kinder nahe.
(Quelle)

Erster Satz

Als ich am 30. Januar 2002 das erste Mal in Theresienstadt war, schneite es und war ganz still.

Meine Meinung

Das Cover ist vom Stil und den Farben her sehr passend zur Geschichte und sieht auch noch schön aus, wenn man es ins Regal stellt.

Die Kapitel waren ungefähr 10 Seiten lang und jedes Kapitel besitzt eine passende Überschrift. Ich mag Überschriften(!). 😉

Allein die anfänglichen Worte des Autors, in denen er Theresienstadt aus seiner Sicht schildert (s. “Erster Satz”), haben mich schon berührt.  Und so ging es das ganze Buch durch! Ich hätte niemals gedacht, dass mich ein Buch über diese Nazi/ Holocaust Zeit so fesseln kann. 

In Büchern liest man von freien Menschen. Und wir sind es nicht. Immer noch nicht.
In Büchern liest man von mutigen Menschen. Und wir sind es nicht, zumindest noch nicht.
In Büchern liest man vom Paradies und wir leben in einer Art Hölle.

Die Geschichte wird aus der Sicht eines Jungen erzählt, der mit den anderen Kindern aus dem Ghetto eine Zeitung schreibt und mit Ihnen schöne Dinge, als auch einfach schreckliche Dinge erlebt. Des Weiteren werden auch seine Träume geschildert, was ich auch echt schön finde, dass daran gedacht wurde. Die Jungen sind innerlich so positiv eingestellt und empfinden immer noch so viel Freude, aber leider auch viel Leid. Sie verlieren Familie, Freunde und müssen zusehen wie anderen Schlechtes angetan wird, wenn es sie nicht gerade selbst trifft.

Die Geschichte der acht Jungs aus dem Ghetto hat mich völlig mitgenommen, besonders aufgrund der Tatsache, dass dieses Buch auf wahren Begebenheiten beruht.

Das Buch ist mit vielen tollen Metaphern bestückt und der Schreibtstil ist einfach toll! Wie die Nazis, die Tode, die Juden und das Erlebte beschrieben wird, gefällt mir einfach richtig gut. Man kann es sich wirklich bildlich vorstellen. Ich hatte das Gefühl Theresienstadt und das Ghettoleben aus der Sicht des Jungen zu sehen und habe mit seinen Freunden gelacht und geweint und sie sind mir alle ans Herz gewachsen.

Das ist keine allzu schwer verständliche Strategie. Sogar die Nazis haben das verstanden.

Die Kinder waren auch bei der Gestaltung der Zeitung so kreativ, dass ich sie wirklich inspirierend fand. Sie hatten in diesen Zeiten noch so viel Fantasie und das hat sie vielleicht davor gerettet  so “grau” zu werden, wie die restlichen Juden aus dem Ghetto Theresienstadt. Das sie die Nazis für dumm gehalten haben (s.o. Zitat), hat mich das ein oder andere Mal zum schmunzeln gebracht. 🙂

Leider erfuhr man nie den Namen des Jungen, aus dessen Sicht man zwei Jahre lang an dem Leben in Theresienstadt beteiligt war. Ich finde es nicht schlimm, aber ich bin natürlich neugierig und habe bis zum Schluss gehofft, dass man diesen noch erfährt.

Fazit

Das Buch hat mich sprachlos und entsetzt zurückgelassen und da es mich weiterhin beschäftigt.

Vielen lieben Dank an den cbj Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Eure Neni 

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